






KURZKONZEPT DES MONTESSORI-KINDERHAUSES
auch als pdf-Version verfügbar
>Das Montessori Kinderhaus in den Franckeschen Stiftungen
Eigentlich ist doch alles selbstverständlich: Ein Kind erfasst seine ganze Umgebung aktiv mit allen Sinnen. Es widmet sich vielen Dingen mit großer Begeisterung, und wenn es einmal von einer Sache ergriffen ist, kann es sich lange und ausdauernd beschäftigen. Es konzentriert seine Wahrnehmung und probiert so lange, bis alle Möglichkeiten durchgespielt sind. Dabei erkennt das Kind, wie die Dinge wirken, es entdeckt Zusammenhänge zwischen den Dingen, zwischen den Menschen, zwischen sich und der Welt. Es tritt sehr bewusst in Beziehung mit Kindern und Erwachsenen seiner Umgebung und erlebt bedingungslos Chancen und Abhängigkeiten, Konflikte und Liebe.
Jedes Kind ist anders – eine individuelle Persönlichkeit: das eine lernt schneller, das andere langsamer.
Genau hier setzt die Pädagogik Maria Montessoris an: beim einzelnen Kind als Person. Montessori will die freie und umfassende Entfaltung des Kindes. Sie hat großes Vertrauen in die Kräfte der Selbstentfaltung, die in einer Anregungsumwelt oder entsprechend vorbereiteten Umgebung wirken. Kinder setzen erstaunliche Energien frei, wenn sie sich in individuellem Tempo eben genau mit dem beschäftigen können, was ihrem Interesse und Entwicklungsstand entspricht.
Im Rahmen der Freiarbeit können sich wirkliche Anteilnahme an dem, was in der Gemeinschaft vor sich geht, Erfurcht vor dem Menschen und seiner Arbeit und Solidarität in jedem entfalten.
Unsere 16 Erzieherinnen, die alle ein Montessori Diplom haben, setzen sich mit ihrer ganzen Kraft ein, diesem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden.
Unterstützt werden wir von unseren 3 technischen Mitarbeitern.
Das neue Kinderhaus bietet uns beste Voraussetzungen, um unser Konzept um zu setzen. Die Räume sind so konzipiert, dass sich die Kinder zu selbstständigen Persönlichkeiten entwickeln können.
Das Untergeschoß unseres Hauses, mit Therapieraum, Werkstatt, Matschraum, Turnraum und Mehrzweckraum ist für die besondere und gezielte Einzelförderung der Kinder ebenso geeignet wie für die Entwicklung der Gemeinschaft.
Wir betreuen 130 Kinder in 4 altersgemischten Gruppen von 0 – 6 Jahren.
Diese Altersmischung hat bundesweit in den Montessori Kinderhäusern Beispielcharakter.
Zwei unserer Kolleginnen sind Ansprechpartner für alle Kinderhäuser in der Bundesrepublik, die ähnliche Altersstrukturen anstreben.
Außerdem sind wir bundesweite Hospitationsstätte für Montessoridiplomlehrgänge.
Vor nunmehr 15 Jahren war die Zeit in Halle an der Saale reif dafür, ein Kinderhaus zu gründen. Eine Schule gab es ja bereits.
Auch ich hatte das Glück, durch eine sehr liebe Kollegin, von dem „Virus Montessori Pädagogik“ infiziert zu werden.
In damals noch städtischer Trägerschaft begann ich als Erzieherin in diesem Kinderhaus zu arbeiten.
Ich genoss es sehr, dass die Kinder ihre Individualität ausleben konnten. Mich beeindruckte aber auch sehr, wie viel Engagement Eltern aufbringen, um Anteil am Leben ihrer Kinder zu haben.
Viele, viele Dinge sind seitdem passiert, es gab einen Trägerwechsel, seit 1999 haben die Franckeschen Stiftungen zu Halle das Kinderhaus in ihre Trägerschaft übernommen. Es gab ein neues Betreuungsgesetz, das Kinderförderungsgesetz.
Unser Gebäude wurde umfassend saniert, seit 2005 wohnen wir im Kindertageszentrum. Und jetzt steht der Garten des Kindertageszentrums kurz vor der Fertigstellung.
15 Jahre Montessori Kinderhaus- ein langer Weg liegt hinter uns. Ein Weg mit vielen Höhen und Tiefen.
Eines ist mir aber bis heute geblieben, die Liebe und Achtung zu jedem Kind.
Die Freude, zu sehen, wie sie sich entwickeln können, wenn sie die entsprechenden Bedingungen haben und wenn man es zulässt.
Die Familien begleiten zu dürfen in den entscheidenden Jahren des Kindes, in den Jahren, wo die Grundsteine gelegt werden für die Zukunft eines jeden Menschen.
Ich bin dankbar für alle, die schönen Momente, die ich mit den Eltern hatte, wenn wir Gedanken ausgetauscht, Pläne geschmiedet, Probleme gelöst Feste geplant und gefeiert haben.
Wenn wir gemeinsam mit der Montesorri Schule Konzerte organisiert und in ihrer Vollendung erleben konnten,
oder einfach nur über Gott und die Welt reden konnten.
Ich bin stolz, wenn ich sehe, wie meine Kolleginnen jeden Tag um das Wohl jedes Kindes und jeder Familie bemüht sind.
Dass sie Weiterentwicklung als Selbstverständlichkeit ansehen.
Dass sie sich mit den Grundsätzen der Pädagogik Maria Montessori so sehr identifizieren.
Am allerschönsten ist es zu erleben, wenn mich strahlende Kinderaugen und zufriedene Familien anschauen. Das ist immer wieder Bestätigung und Ansporn unseren Weg weiter zugehen, damit viele Kinder und Eltern sagen können, es war schön im Montessori Kinderhaus.
„Wir sprechen einem Samen nicht jede Wichtigkeit ab, sondern wissen, dass der Samen schon die Pflanze in sich trägt, und dass eine Pflanze aus ihm entstehen wird, wenn man ihn ausstreut und pflegt.
Doch die Erkenntnis, dass in jedem Kinde der Samen liegt, der zu einem Erwachsenen reifen wird, hat man noch nicht realisiert“
Maria Montessori
Ihre Marion Siegemund
