Montessori-Kinderhaus Halle (Saale)
Montessori-Kinderhaus Halle (Saale)
Montessori-Kinderhaus Halle (Saale)
Montessori-Kinderhaus Halle (Saale)
Montessori-Kinderhaus Halle (Saale)
Theaterstück zum Schulabgänger-Fest




  Termine



  Konzept
  Kurzkonzept




  Förderverein



  Hausordnung
  Bibliothek



  Lage &
  Öffnungszeiten

  Startseite

  Links
  Kontakt
  Impressum
Schnecke - Symbol für das Kinderhaus



KONZEPT DES MONTESSORI-KINDERHAUSES HALLE (SAALE)
auch als pdf-Version verfügbar

Inhalt
 
Teil I
Die Kindertagesstätte »Montessori-Kinderhaus« – eine (Um-) „Welt“ für Kinder
 
1. Vorbemerkung
2. Geschichte und Gegenwart
3. Personal
4. Das Umfeld der Kinder
5. Partner
 
 
 
Teil II
Eine Pädagogik vom Kinde aus – im »Montessori-Kinderhaus«
 
1. Pädagogische Orientierungen
2. Zentrale Prozesse
3. Ziele der pädagogischen Arbeit
4. Elternarbeit – Erziehungs-, Bildungspartnerschaft
5. Integration - Kinder mit besonderem Förderbedarf
6. Qualitätsentwicklung – Qualitätssicherung – Qualitätsmanagement
7. Öffentlichkeitsarbeit – Werbung
 
 Anhang - Wer war Maria Montessori?
 
 
 
 
Teil I
Die Kindertagesstätte »Montessori-Kinderhaus« – eine (Um-) „Welt“ für Kinder

1.     Vorbemerkung
Die Stiftungen, die von August Hermann Francke als Waisenheim und Schulstadt am Ende des 17. Jahrhunderts begründet wurden, sind heute wieder eine bedeutende euro­päische Kulturstätte. Sie verstehen sich selbst als kulturellen Bildungskosmos, der von denjenigen Menschen mit Leben und Inhalt gefüllt wird, die hier leben, arbeiten, auf­wachsen und lernen, wie auch von den vielen Besucherinnen und Besuchern, die sich für die Franckeschen Stiftungen zu Halle interessieren.
Die Kindertagesstätte »Montessori-Kinderhaus« ist eine Tageseinrichtung der Franckeschen Stiftungen zu Halle für Kinder im Alter von ca. acht Wochen bis zum Ein­tritt in die Schule. Die sozialpädagogische Einrichtung steht allen interessierten Familien mit kleinen Kindern offen. Gemäß Kinderförderungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vom 05.03.2003 (KiFöG) können Eltern ihre Kinder bedarfsabhängig ganztägig oder halbtags (vgl. § 3 KiFöG) vom pädagogischen Personal betreuen lassen. Es gelten die Regelungen der Satzung der Stadt Halle (Saale) für Kindertagesstätten.
Seit dem Frühling 2005 befindet sich das neue »Kindertageszentrum« der Franckeschen Stiftungen in direkter Nachbarschaft der Kindertagesstätte »August Hermann Francke«. Hier sind neben dem »Montessori-Kinderhaus« die Kindertagesstätte »Amos Comenius«, der Kinderhort »August Hermann Francke« sowie das »Kinderbüro« der Stadt Halle (Saale) untergebracht.
Alle sozialpädagogischen Einrichtungen der Franckeschen Stiftungen sind im »Sozialpädagogischen Arbeitsbereich« zusammengefasst. Dazu gehören neben dem »Montessori-Kinderhaus«, die Kindertagesstätten »Amos Comenius« und »August Hermann Francke«, der Kinderhort »August Hermann Francke«, das Kinderkreativ-zentrum »Krokoseum« sowie das sich im Aufbau befindende »Familienkompetenzzentrum für Bildung und Gesundheit«. Diese Einrichtungen verstehen sich als Partner in ihrer Arbeit mit Kindern und Familien.
 
 [Nach oben]

2.     Geschichte und Gegenwart
 
Im September 1993 wurde das »Montessori-Kinderhaus« in der Voßstraße 12 als kommunale Kindertagesstätte eröffnet. Der reformpädagogische Ansatz – Montessori Pädagogik – wurde von Beginn an in der praktischen Arbeit aufgenommen und vom Team umgesetzt.
Am 1. August 1999 übernahmen die Franckeschen Stiftungen zu Halle das »Montessori-Kinderhaus« in ihre Trägerschaft. Es ist somit zu einer Stiftungseinrichtung geworden. So wird der Tradition nachgegangen, die mit August Hermann Francke begann – die Sorge für die nachwachsenden Generationen zur Verbesserung der menschlichen Verhältnisse – und ein aktiver Beitrag zum gelingenden Aufwachsen der Kinder geleistet.
Nach einer Übergangszeit konnten die Kinder und die MitarbeiterInnen des »Montessori-Kinderhauses«, das von Grund auf sanierte und renovierte »Kindertages­zentrum« der Stiftungen Anfang 2005 beziehen. Die Tageseinrichtungen der Stiftungen für Kinder werden täglich von etwa 500 Kindern, vom Kleinkind- bis zum Jugendalter, besucht.
Das »Montessori-Kinderhaus« wird gegenwärtig von 130 Kinder im Alter von ca. acht Wochen bis zum Eintritt in die Schule täglich aufgesucht. Die Kinder sind in vier Gruppen untergebracht. Bei der Zuordnung der Mädchen und Jungen zu einer Kindergruppe wird stets auf ein ausgeglichenes Verhältnis geachtet. Die Kinder werden in altersgemischten Gruppen – große Altersmischung – und bei Bedarf ganztägig betreut. Das »Montessori-Kinderhaus« ist von 6.00 bis 17.00 geöffnet.
 
 [Nach oben]
 
3.     Personal
 
Im Montessori Kinderhaus sind derzeit 16 pädagogische Fachkräfte, allesamt staatlich anerkannte Erzieherinnen, und 2 technische Kräfte beschäftigt.
Diese Mitarbeiterinnen sind Angestellte der Franckeschen Stiftungen zu Halle.
Eine Besonderheit des Teams besteht darin, dass alle pädagogischen Fachkräfte über den so genannten Abschluss » Montessori Diplom«. Mit dem Montessori Diplom arbeiten ErzieherInnen, HeilpädagogInnen und LehrerInnen in vielen Ländern der Erde in Kindergärten, in der Förderung von Menschen mit Behinderungen und in allgemein bildenden Schulen.
 
Die Leiterin der Einrichtung trägt die Verantwortung für die einrichtungsinternen Prozesse, den gezielten Einsatz der Mitarbeiterinnen und die qualifizierte Umsetzung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages im Montessori Kinderhaus.
Sie steht den Eltern jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie dient als Vermittler zwischen den Eltern, den Teammitgliedern und den Verantwortungsträgern bei den Franckeschen Stiftungen zu Halle.
 
 
Die Fortbildung der Mitarbeiterinnen findet geplant und regelmäßig statt. Für den Transfer der Fortbildungsinhalte in die Praxis werden Mitarbeitergespräche zwischen Einrichtungsleitung und Mitarbeiterin Zielvereinbahrungen getroffen und die Qualität der Fortbildungsmaßnamen reflektiert.
Einmal jährlich, im Frühherbst, findet ein nationaler Montessori Kongress statt, den möglichst alle pädagogischen Fachkräfte des Montessori Kinderhauses besuchen.
 
Weiterhin dient die Einrichtung als Hospitationsstätte und Ort der Praxisforschung, vor allem im Bereich der Frühförderung (0-3 Jahre) in der Montessori Pädagogik, für Pädagogik- Studenten und Praktikanten einschlägiger Ausbildungsberufe.
Zwei pädagogische Fachkräfte der Einrichtung sind selbst Dozenten in der Fortbildung (Montessori- Diplomkurs).
 
Das technische Personal ist nicht für die direkte Arbeit mit den Kindern zuständig.
Das Arbeitsfeld, z.B. die Küche und die Werkstatt des Hausmeisters (zuständig für das gesamte Kindertageszentrum) können von den Kindern bei Bedarf erschlossen werden.
 
Unterstützt wird das Team von jungen Menschen, die ein Freiwilliges soziales Jahr leisten, von Beschäftigten einer ABM  und von „1,-€ - Jobbern“, die jeweils in  pädagogischen Prozessen bzw. im technischen Bereich Kinderhaus eingesetzt sind.
 
 [Nach oben]
 
4.     Das Umfeld der Kinder
 
Das Stiftungsgelände liegt am südlichen Rand der Innenstadt.
Das »Montessori Kinderhaus« im » Kindertageszentrum« ( Kita „Amos Comenius“ und Hort der Franckeschen Stiftungen sind integriert)  befindet sich südlich der aus dem 18. Jahrhundert stammenden, zum größten Teil rekonstruierten und sanierten Stiftungsgebäude.
 
Die Schulen auf dem Gelände und die Kindertagesstätte »August Herrmann Francke« sind nur wenige Gehminuten entfernt.
Im Osten befinden sich die elfgeschossigen Hochhäuser der Halleschen Wohngenossenschaft und die angrenzenden Wohngebiete.
 
Im Montessori Kinderhaus gibt es vier altersgemischte Gruppen -
Sternschnuppen, Wolken, Sonnen und Blitze.
Allen Gruppen stehen jeweils zwei große Gruppenräume, eine Garderobe, eine Kinderküche und ein Bad zur Verfügung.
Im Untergeschoss des Hauses befinden sich ein Sportraum mit Geräten von             » Elfriede Hengstenberg«, ein Musik- und Theaterraum, ein Therapieraum, ein Werkstatt und ein Matschraum.
Die Aktions- und Bewegungsräume sowie die großzügigen Außenflächen werden einrichtungsübergreifend genutzt.
Für die Eltern ist im Montessori Kinderhaus ein Elternzimmer als Begegnungs- und Aufenthaltsraum eingerichtet.
 
Die Familien, die ihre Kinder im Montessori Kinderhaus unterbringen wollen, kommen aus nahe zu allen Teilen der Stadt.
Die Nachfrage erfolgt aufgrund der zentralen Lage, dem guten Ruf der Einrichtung unter der Elternschaft und nicht zuletzt wegen der besonderen architektonischen und pädagogischen Ausrichtung – Montessori Pädagogik – der Einrichtung.
 
 [Nach oben]
 
5.     Partner
Neben der guten räumlichen, materiellen und personellen Ausstattung erhält das »Montessori-Kinderhaus« Unterstützung durch den Förde­rverein, der auf der Initiative der Eltern basiert. Dieser wichtige Partner hat bei potenziellen Sponsoren für die Einrichtung geworben und aktiv bei der Verschönerung der Einrichtung mitge­wirkt.
Die Franckeschen Stiftungen legen großen Wert darauf, dass es durch die einrichtungs-übergreifende Kooperation der Leitungspersonen zu einer Reflexion der pädagogischen Qualität in den Einrichtungen kommt und die Qualifizierung des Personals vorangetrieben wird. Dafür treffen sich jeden Monat die Leitungspersonen der Einrichtungen des Sozialpädgogischen Arbeitsbereichs zur pädagogischen Beratung.
Daneben finden sich auf dem Stiftungsgelände und darüber hinaus vielfältige Koopera­tionsmöglichkeiten mit Institutionen und Organisationen. So werden beispielsweise bei der Durchführung von Projekten, bei denen die Themen der Kinder von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen werden und nach Antworten gesucht wird, externe Partner eingeladen sich an Projekten zu beteiligen.
 
Das pädagogische Fachpersonal des Montessori Kinderhauses arbeitet in Absprache mit den Familien mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Diese Zusammenarbeit dient der optimalen sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Entwicklung der Kinder.
 
 [Nach oben]






Teil II
 
Eine Pädagogik vom Kinde aus – im »Montessori-Kinderhaus«
 
1.     Pädagogische Orientierungen
 
Einige Kernaussagen Maria Montessoris beschreiben ein „Bild vom Kind“, das für die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und den Familien von entscheiden-der Bedeutung ist. Das Kind wird als sich selbst bildendes Subjekt anerkannt und nicht als unmündiges Objekt der Belehrung ver­standen. Dieses Bild vom Kind bestimmt die Haltung, die Wertschätzung und die Art und Weise der Interaktion der pädagogischen Fachkraft mit dem Kind und hat seine Wirkung in die Familie hinein.
 
A.    „Polarisation der Aufmerksamkeit“
 
„Das Kind ist zur Faszination fähig.“, stellte Maria Montessori fest. Wenn es sich für einen Gegenstand, eine Sache interessiert, so kann es durch seine Konzentration zu enormen Lernergebnissen kommen, und zwar ohne die Hilfe Erwachsener. Polarisation der Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind von einer Aufgabe so fasziniert ist, dass es die Welt um sich herum vergisst, allein und ruhig an seiner Aufgabe arbeitet.
 
B.     „die neue Rolle des Erziehers“
 
Der „neue Erzieher“ soll nicht Anführer, sondern Assistent, Beobachter und Helfer des Kindes sein. Er tritt zurück und gibt ihm Raum für selbständige Entscheidungen. Die pädagogischen Fachkräfte im »Montessori-Kinderhaus« wissen, dass die Umgebung ausschließlich dem Kind und seiner Entwicklung dient.
 
C.    „Hilf mir es selbst zu tun!“
 
Die Grundhaltung des „neuen Erziehers“ ist: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Das Kind will vom Erwachsenen unabhängig werden. Um den eigenen Weg zu finden, braucht das Kind einen zuverlässigen Begleiter, einen ver­ständnisvollen Partner. Doch wichtiger als die erwachsene Bezugsperson werden im Lauf der Zeit die anderen Kinder der Gruppe, die dem Kind als Ko-Produzent von Bildung dienen.
 
D.    „die vorbereitete Umgebung“
 
Die zentrale Erkenntnis Montessoris ist, dass die geistigen Kräfte des Kindes durch sinnvolle strukturierte Angebote einer vorbereiteten Umgebung (didaktisches Material) aktiviert werden können. Diese Entwicklungskraft ist dann „eruptiv, explosionsartig“. Sie wird aber nicht durch den direkten Zugriff des Erziehers aktiviert, sondern im freien Umgang des Kindes mit den Materialien, die seine Sinne, seine Motorik und eben auch seine ganze geistige Kraft auf den Gegenstand konzentrieren. Das Sinnesmaterial bündelt die geistigen Kräfte und nimmt die Aufmerksamkeit des Kindes völlig in Anspruch. Das Sinnesmaterial ist so konstruiert, dass die Erfolgskontrolle durch das Kind – „die Selbstkraft des Kindes“ – möglich ist.
 
E.     „Sensible Perioden“
 
Nach Auffassung Maria Montessoris vollzieht sich die Reifung des Menschen nach bestimmten Reifegesetzen. In der Kindheit gibt es Zeiträume, in denen das Kind für den Er­werb bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders empfänglich ist. Die Hirnforschung spricht von Zeitfenstern der (frühen) Kindheit. Für seine Entwicklung benötigt das Kind eine spezifisch vorbereitete Umgebung, so Montessori.
 
F.     „die Hand ist Werkzeug des Geistes“
 
Das Kind lernt durch Erfahrungen, die es selbst machen konnte. Insbesondere die Jüngsten lernen durch die Verbindung von körperlicher und geistiger Aktivität, durch selber machen, durch ausprobieren, durch Fehler machen. Das, was Kinder mit der Hand, durch Bewegung produzieren, zeigt die geistige Beschäftigung, die Themen, die Vorstel­lungen der Kinder.
 
 [Nach oben]
 
2.     Zentrale Prozesse
 
A.     Die Aufnahme eines Kindes
                                      
In den sozialpädagogischen Einrichtungen der Franckschen Stiftungen zu Halle werden in jedem Jahr » Tage der offenen Tür« veranstaltet. Hier können Familien die Einrichtungen besuchen und sich über die Arbeit informieren.
Jeden letzten Mittwoch im Monat können Familien, nach terminlicher Vereinbahrung dem Montessori Kinderhaus einen Besuch abstatten und dieses kennen lernen.
Zudem findet einmal jährlich eine Hospitationswoche  für alle Interessierten statt.
 
Für alle »neuen Eltern« findet im Mai die 1. Elternversammlung statt.
In einem Film wird der Tagesablauf im Kinderhaus vorgestellt
Die Eltern erfahren, in welche Gruppe und zu welchen Erzieherinnen ihre Kinder kommen.
Die Termine für die Aufnahmegespräche werden vereinbart. In diesem Gespräch werden die Vorstellungen und Erwartungen der Sorgeberechtigten in Sachen Pflege, Versorgung, Betreuung, Bildung und Erziehung und die Möglichkeiten des Teams und der Einrichtung geklärt
Vonseiten der Einrichtung wird vorausgesetzt, dass die Eltern die Arbeitsweise des Teams und die Konzeption, die inhaltlich auf der Montessori Pädagogik basiert, anerkennen und für sich und ihr Kind annehmen.
Der Vertragsabschluss erfolgt in der KITA- Verwaltung der Franckeschen Stiftungen, nachdem alle notwendigen Dokumente vorliegen.  
  
 [Nach oben]

B.     Die Eingewöhnung des Kindes
 
Die neuen Kinder werden einer altersgemischten Kindergruppe zugeordnet, die von drei bis vier pädagogischen Fachkräften betreut wird. In der Eingewöhnungsphase besuchen die Elternteile die Einrichtung für einige Zeit gemeinsam mit dem Kind. Der tägliche Aufenthalt(Vormittag) des Kindes in der Kindergruppe wird solange von Trennungs- und Anwesenheitszeiträumen durch die familiären Bezugspersonen begleitet, bis das Kind in der Lage ist, einen längeren Zeitraum ohne Mutter bzw. Vater in der Einrichtung „auszuhalten“. Ziel der Eingewöhnungsphase ist der Aufbau sicherer Bindungsbeziehungen zwischen dem Kind und einer erwachsenen Bezugsperson, und dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend, zu anderen Kindern der Gruppe. Für das Gelingen des Eingewöhnungsprozesses sind eine gute Absprache und die Begleitung des Kindes durch die pädagogischen Fachkräfte und die Eltern notwendig.
 
C.    Zusammenleben in der Gruppe
 
Die Kinder leben in einer Gemeinschaft, in der sie sich entsprechend ihres Entwicklungsstandes einfügen können. Dazu gehört es auch, dass die Kinder lernen, die eigenen Interessen bei Bedarf zugunsten der Gruppe zurückstellen ohne die Individualität verdrängen zu müssen. Wenn Menschen viel Zeit in einer Gemeinschaft zusammen verbringen, bedarf es grundlegender Regeln des Zusammenlebens. Das Personal wird diese Regeln einhalten und Eltern und Kinder bei der Fortentwicklung der Regeln einbeziehen.
Vonseiten der Einrichtung wird dabei vorausgesetzt, dass die Eltern selbst die Regeln des Hauses einhalten und ihre Kinder dabei unterstützen.
 
D.    Das gesunde und ausgeglichenen Aufwachsen der Kinder
    
Im Montessori Kinderhaus wird den Kindern ein Gleichmass an Anspannung und Entspannung geboten.
Einerseits ergibt sich der Wechsel von Ruhe und Bewegung bei der Arbeit mit dem Montessori Material (Freiarbeit). Andererseits werden für die Kinder Möglichkeiten zum Zurückziehen (Stilleecken) oder zum Aktiv sein(beim Sport, beim Aufenthalt im Freien) vorgehalten.
 
Bei der Mittagsruhe haben alle Kinder die Möglichkeit sich auszuruhen. Große Kinder, die nicht schlafen können, haben die Möglichkeit, sich mit ruhigen Arbeiten zu beschäftigen oder im Garten zu spielen.
 
Die vollwertige Ernährung der Kinder wird in Zusammenarbeit mit den Eltern angestrebt.
Das Kinderhaus stellt die Versorgung der Kinder mit gesunden Mahlzeiten in Kooperation mit verlässlichen Partnern sicher.
Die Kinder werden – soweit wie möglich- an der Zubereitung und an der Auswahl der Mahlzeiten beteiligt.
Das »Familienkompetenzzentrum für Bildung und Gesundheit« berät den Entscheidungsträger in Fragen der gesunden Ernährung und Versorgung der Kinder, ermöglicht die Teilnahme an Informationsveranstaltungen, Kochkursen etc. und stellt den Kontakt zu ErnährungsexpertInnen her.
 

E.     Der Übergang zur Schule
 
Den zukünftigen Schulanfängern werden zusätzliche Veranstaltungen und Angebote – Veranstaltungen in den Stiftungseinrichtungen, Ausflüge in die Natur, Besuchen der Theater, Galerien, Museen etc. – gemacht, die den Übergang zur Schule flankieren sollen.
Besuche zur Reformschule Maria Montessori und zur Grundschule August Hermann Francke können den Kindern Einblicke in den Schulalltag vermitteln.
Es ist zu beachten, dass der Übergang zur Schule bereits mit der Aufnahme des Kindes in die Einrichtung beginnt. Die Schul- wie Lebensvorbereitung ist im Tageslauf integriert.

 [Nach oben]

3.     Ziele der pädagogischen Arbeit
 
Grundlegend sollen alle Kinder….
 
§         sich im Montessori Kinderhaus wohl fühlen nach dem Motto:
"Glücklich groß werden";
 
§         zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen jungen Persönlichkeiten     heranwachsen können;
 
§         bei der Herausbildung grundlegender Fertigkeiten, Fähigkeiten, Denk- und Handlungsweisen eine anregungsreiche Umgebung mit diversen Bildungsgelegenheiten vorfinden;
 
§         vielfältige Erfahrungen in allen Bereichen des Gruppenlebens machen können und die eigenen Kompetenzen in einer sicheren Umgebung anwenden können;
 
§         insbesondere durch die Beschäftigung mit dem Montessori Material geistig       und körperlich tätig sein können;
 
§         Zusammenhänge und Gegensätze erkennen und Schlussfolgerungen ziehen können, denn: „Nichts ist im Verstande, was vorher nicht in den Sinnen war“;
 
§         die Möglichkeit erhalten, sich entsprechend den Grundsätzen der Montessori Pädagogik entfalten und entwickeln zu können;
 
§         Werte und Normen des Miteinanders erleben.
 
Damit diese Ziele erreicht werden können, sind die Erzieherinnen(alle mit einem Montessori Diplom) für die Schaffung der Vorraussetzungen zuständig.
Grundsätzlich gilt es, die Umwelt der Kinder so zu gestalten, dass Ruhe, Freiheit und Ungestörtheit gegeben sind, damit kindliche Arbeit möglich ist.
Die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte zeichnet sich durch konsequentes Handeln und der Beteiligung der Kinder und deren Familien aus.
Sie orientieren sich dabei am Kind unter Berücksichtigung seiner individuellen Entwicklung.
 
 [Nach oben]

4.     Eltern – Erziehungs-, Bildungspartnerschaft
 
Mit der so genannten Elternarbeit wird das Ziel verfolgt, gemeinsam mit den Eltern des zu betreuenden Kindes, eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Familienmitgliedern und den verantwortlichen Betreuungspersonen des Kindes im Montessori Kinderhaus aufzubauen. Die somit lebbare Erziehungs- und Bildungspartnerschaft macht die  Verständigung über Stärken und Schwächen des Kindes ebenso möglich, wie der Austausch über förderliche oder hinderliche Rahmenbedingungen in der Umwelt des Kindes. Die Elternarbeit im Montessori Kinderhaus dient dem gelingenden Aufwachsen und dem Wohl des Kindes, in dem sie stets positive Auswirkungen anvisiert. Da Elternarbeit keine Einbahnstraße sein kann, werden den Familien vielfältige Zugänge zu den  Fachkräften und Teilhabemöglichkeiten bei den Franckeschen Stiftungen zu Halle angeboten.
 
▪ der klassische Elternabend
 
Der klassische Elternabend dient dem Kontakt und dem Austausch der Eltern untereinander und mit den Fachkräften. Die Eltern erhalten hier auch die Gelegenheit, die Umgebung und die Pädagogik kennen zu lernen.
 
▪ persönliches Elterngespräch
 
In persönlichen Gesprächen erhalten die Eltern Informationen über die Entwicklung ihrer Kinder. Dazu werden mit den Eltern Termine vereinbart.
Hier geht es um die individuelle geistige und körperliche Entwicklung des Kindes, sowie sein Sozialverhalten in der Kindergruppe.
        
▪ „Tür- und Angelgespräche“
 
Die Neuigkeiten des Tages erhalten die Eltern soweit möglich täglich.
Das Erzieherinnenteam wünscht sich auch Informationen vom Kind nach z. B.  dem Wochenende, Urlaub, überstandener Krankheit oder einer vielleicht „schlechten Nacht“.
 
▪ die Arbeit als Elternvertreter im Einrichtungskuratorium
 
In jeder Gruppe werden Elternvertreter gewählt. Diese wählen den Vorsitzenden und den Stellvertreter für die Kindertagesstätte »Montessori Kinderhaus«. Diese beiden, die Leitungsperson der Einrichtung und ein Vertreter der Franckeschen Stiftungen zu Halle stellen das Kuratorium der Einrichtung, das mit spezifischen Aufgaben beauftragt ist.
Alle 2 Monate, bei Bedarf monatlich, treffen sich die Elternvertreter mit der Leiterin, um gruppenübergreifende Dinge zu besprechen.
 
▪ die Wahrnehmung weiterer Beteiligungsmöglichkeiten
 
Die Teilhabe der Eltern, der Familienmitglieder ist dadurch möglich, dass sich Einzelpersonen oder Gruppen von Personen für die Nutzer des Montessori Kinderhauses bzw. die Gemeinschaft in den Franckeschen Stiftungen zu Halle freiwillig engagieren. Dies kann beispielsweise über den persönlichen Einsatz oder über die materielle Unterstützung (z.B. Verein zur Förderung des Montessori Kinderhauses) gelingen.
 
▪ Treffpunkt: Elternbegegnungsstätte
 
Das Elternzimmer dient als Elterntreffpunkt. Diesen Raum können die Eltern und andere Familienmitglieder nutzen, um sich  untereinander   auszutauschen.
Es ist auch ein Ort für Eltern, die Bücher der hauseigenen Bibliothek lesen wollen, besonders in der Phase der Eingewöhnung.
 
▪ der Besuch des Service- Büros im Familienkompetenzzentrum
 
Das »Familienkompetenzzentrum für Bildung und Gesundheit« wird allen Familien und Einzelpersonen der Franckeschen Stiftungen zu Halle offen stehen. Neben offenen Angeboten, die der zwischenmenschlichen Begegnung dienen, werden spezifische Angebote installiert, die durch Aufklärung, Wissensvermittlung, Betätigung und Dienstleistung zur Förderung von Gesundheit und Erziehungskompetenz, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Initiierung nachbarschaftlicher Hilfe beitragen. Im Service- Büro werden Beratung und Information zu den Themen Bildung, Erziehung und Betreuung, Prävention und Gesundheitsförderung angeboten.
 
[Nach oben]

5.     Integration – Kinder mit besonderem Förderbedarf
 
Im » Montessori Kinderhaus«  ist die Aufnahme besonderer bzw. behinderter Kinder unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Realisierbarkeit des Aufenthalts in der Gruppe, das Aufnahmealter und die Vereinbarkeit mit den baulichen und personellen Rahmenbedingungen sind diesbezüglich ausschlaggebend.
Ein Betreuungsvertrag kann bei „Einrichtungsunfähigkeit“ auch später noch aufgelöst werden.
 
[Nach oben]

6.     Qualitätsentwicklung – Qualitätssicherung – Qualitätsmanagement

[Nach oben]


7.     Öffentlichkeitsarbeit – Werbung
 

[Nach oben]






ANHANG
 
Wer war Maria Montessori?
 
 
Maria Montessori (1870 -1952) war eine herausragende Persönlichkeit ihrer Zeit. Sie besuchte als einziges Mädchen ein naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen und war die erste Frau, die in Italien ein akademisches Studium mit einer Promotion in Medizin abschloss. Die italienische Ärztin und Pädagogin hat eine internationale Bewegung ins Leben gerufen, die heute noch eine große Bedeutung hat. Die Montessori Pädagogik ist weltweit bekannt.
Seit 1898 war sie Direktorin der Scuola Ortofrenica, einem Heilpädagogischen Institut, eine Heilanstalt für behinderte Kinder.
1907 eröffnete Maria Montessori das erste Kinderhaus für Kinder im Vorschulalter (Casa die bambini) in San Lorenzo, einem Elendsviertel in Rom.
Aufgrund eines Schlüsselerlebnisses und die gezielte Beobachtung der Kinder kam sie zu der Erkenntnis, „das Kind ist zur Faszination fähig“.
Über die Arbeit mit behinderten und nicht-behinderten Kindern hat sie ihre pädagogische Konzeption, ihre Leitideen entwickelt.
So entstand eine Pädagogik, die die kindliche Entwicklung und Bildung von Geburt an umfasst und dem Erzieher eine neue Rolle zuschreibt. Er soll nicht führen, sondern Beobachter und Helfer des Kindes sein. Die Grundhaltung des Erziehers ist „ Hilf mir, es selbst zu tun“.
Bereits das Kleinkind ist zur tiefen Konzentration fähig, wenn es seine Arbeit frei wählen kann und eine bestimmte Sensibilität vorhanden ist.
Diese „ Polarisation der Aufmerksamkeit“ wurde zum Ausgangspunkt ihrer Erziehungskonzeption.
Ihre Erkenntnisse gab sie in Ausbildungskursen national und international weiter. Bis heute werden ihre Methoden und Arbeitsmittel in vielen Ländern der Welt angewandt.
 
 
 
[Nach oben]

 
 
 
 
 
 


 




Schnecke-Signet des Kinderhauses: Hilf mir, es selbst zu tun.